Hallo zusammen, ich plane aktuell mein Heizsystem für den kommenden Winter. Wir haben eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einsatz und besitzen noch eine alte Solarthermieanlage auf dem Dach. Lohnt es sich in der Übergangszeit, den solaren Ertrag zur Vorwärmung des Brauchwasserspeichers zu nutzen, oder mache ich mir damit die Schichtung im Speicher kaputt? Die Steuerung der Wärmepumpe erkennt den externen Wärmeeintrag nur bedingt, weshalb ich befürchte, dass die Anlage trotzdem unnötig anspringt. Mich würde interessieren, ob jemand von euch bereits Erfahrung mit der seriellen Einbindung von Solarthermie vor einer Wärmepumpe hat. Gibt es hier spezifische hydraulische Kniffe, um den Wirkungsgrad in den sonnigen Tagen Ende September noch spürbar zu heben? Mir geht es vor allem darum, den Stromverbrauch der WP bei der Warmwasserbereitung weiter zu minimieren, da die Nächte spürbar kühler werden. Über fachlichen Input zur Regelungstechnik und mögliche Probleme bei der Speicheranbindung wäre ich sehr dankbar.
Optimale Einbindung von Solarthermie als Vorwärmung für Wärmepumpe?
Hallo Markus, als SHK-Meister sehe ich dieses Vorhaben kritisch. Eine serielle Einbindung zur reinen Vorwärmung ist hydraulisch komplex, da die Schichtung im Speicher durch den solaren Volumenstrom oft empfindlich gestört wird. Wenn die Solarthermie den Speicher unten erwärmt, kann die Wärmepumpe dies bei ungünstiger Fühlerplatzierung oft nicht korrekt kompensieren. Sie laufen dann Gefahr, dass die WP gegen den solaren Eintrag arbeitet oder gar taktet, was die Lebensdauer und Effizienz gemäß VDI 4645 negativ beeinflusst. Mein Rat: Prüfen Sie, ob eine Ansteuerung über einen zusätzlichen externen Eingang an der Regelung möglich ist, um die WP bei Solarertrag gezielt zu sperren. Die Investition in eine aufwendige hydraulische Trennung amortisiert sich bei Altanlagen selten, zumal Sie beim Austausch gegen eine moderne Anlage nach GEG-Vorgaben ohnehin meist auf PV-Überschussregelung setzen sollten.
Hi Markus, ich habe das bei mir im Altbau tatsächlich umgesetzt und bin bisher sehr zufrieden. Wir haben eine einfache Vorwärmstufe mit einem externen Plattenwärmetauscher realisiert, bevor das Wasser in den eigentlichen Brauchwasserspeicher der Wärmepumpe fließt. Das funktioniert bei uns an sonnigen Tagen in der Übergangszeit erstaunlich gut. Der Clou ist die Steuerung: Ich habe die Solarpumpe so mit der WP verschaltet, dass die Warmwasserbereitung durch die Wärmepumpe erst ab einer gewissen Differenztemperatur aktiv wird. Natürlich ist das kein Ersatz für eine perfekt abgestimmte PV-Anlage, aber für das restliche Potenzial der alten Thermie ist es eine feine Sache. Achte unbedingt auf ein sauberes Zonenventil, um die Schichtung nicht zu verwirbeln. Wenn du technisch fit bist, lohnt sich das Experiment auf jeden Fall, um den Strombezug an den kühlen Septembertagen deutlich zu drücken. Viel Erfolg beim Basteln!
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