Hi Leute, mein Monoblock läuft seit gestern das erste Mal und ich bin noch beim Entlüften. Die Kiste blubbert immer noch ordentlich, obwohl ich oben am höchsten Punkt einen automatischen Entlüfter habe. Muss die Pumpe beim Entlüften eigentlich auf voller Drehzahl laufen, damit die Luftblasen mitgerissen werden, oder sammelt sich das Zeug bei stehender Pumpe besser an den Abscheidern? Bin mir unsicher, ob ich da einfach noch Geduld brauche oder ob ich bei der hydraulischen Führung im Keller was falsch gemacht habe. Die Leitungen steigen leicht an, daran sollte es eigentlich nicht liegen. Bei meinem alten Öler ging das Entlüften irgendwie immer schneller. Vielleicht hat einer von euch einen Tipp, wie man das System am besten dazu kriegt, die restliche Luft endlich rauszuspucken, bevor es richtig kalt wird. Danke für einen schnellen Rat, damit die Hütte morgen endlich richtig warm wird.
Erste Inbetriebnahme Monoblock: Entlüftung bei stehender Pumpe oder Dauerlauf?
Hallo Jens. Als SHK-Meister rate ich dir dringend zur Vorsicht mit dem automatischen Entlüfter. Diese Bauteile neigen dazu, bei hohen Volumenströmen eher Luft einzuziehen, als sie rauszulassen. Wenn die Pumpe auf voller Drehzahl läuft, erzeugst du lokal Unterdruck, der die Entlüftung behindern kann. Stell die Pumpe lieber auf eine mittlere, konstante Drehzahl ein, damit die Fließgeschwindigkeit nicht zu hoch ist und die Luftblasen in den Abscheidern zur Ruhe kommen können. Hast du überhaupt einen richtigen Mikroblasenabscheider verbaut? Ein Standardentlüfter reicht bei Monoblöcken oft nicht aus, da die Luft durch die hohen Leistungen oft emulgiert. Achte auch darauf, dass nach VDI 4645 die Anlage fachgerecht gespült wurde. Wenn das System im Kreislauf blubbert, ist meist nicht genug Betriebsdruck auf dem Kessel. Prüfe mal, ob dein MAG den Druck hält.
Danke für die Rückmeldung, Markus! Ich habe tatsächlich nur einen normalen Schnellentlüfter am höchsten Punkt. Mikroblasenabscheider klingt nach einer sinnvollen Investition, das hatte ich bei der Planung wohl unterschätzt. Den Betriebsdruck habe ich aktuell bei 1,8 Bar, das sollte für mein Haus eigentlich passen. Ich werde die Pumpe jetzt mal drosseln und schauen, ob das Gluckern weniger wird. Wenn das nicht hilft, muss ich wohl über den Einbau eines richtigen Abscheiders nachdenken. Ist das für die Garantie der Wärmepumpe kritisch, wenn ich da jetzt noch rumbastele? Ich will nichts riskieren, gerade wegen der BEG-Förderung.
Moin Jens, spar dir den Stress mit der Garantie. Ein Mikroblasenabscheider ist eher ein Schutz für deinen Wärmetauscher als ein Risiko. Ohne das Teil hast du die Luft ewig im System, was dir langfristig die Umwälzpumpe zerlegt. Ich hatte das gleiche Problem bei meiner Anlage. Ich habe die Pumpe dann für eine Stunde komplett ausgeschaltet und über den Kugelhahn am Abscheider manuell nachgeholfen. Das Wichtigste ist, dass du den Volumenstrom nach dem Spülen korrekt einstellst. Ein hydraulischer Abgleich ist laut GEG sowieso Pflicht, wenn du die Förderung behalten willst. Mach dir nicht zu viel Kopf wegen der Heizung heute Abend, die Kiste braucht manchmal einfach zwei Tage, bis sich alles beruhigt hat. Hast du denn auch eine Schlammfalle verbaut?
Hallo zusammen, ich bin zwar kein Profi, aber bei meiner Installation haben wir die Pumpe immer mal wieder stoßweise kurz auf Maximum gestellt und dann sofort wieder runtergeregelt. Das hat die Luftblasen quasi durch den Leitungsverlauf geschoben, bis sie in der Abscheiderstrecke gelandet sind. Danach hatten wir absolute Ruhe. Man muss beim Monoblock wirklich penibel auf die Entlüftung achten, sonst taktet die Anlage im Winter wie wild, weil die Temperaturfühler durch die Luftblasen falsche Werte bekommen. Bei mir war das Gluckern nach drei Tagen komplett weg. Wenn du merkst, dass die Leistung nicht stabil ist, lass den hydraulischen Abgleich von einem Fachmann prüfen, der kann die Druckverluste genau berechnen. Viel Erfolg beim Einstellen, das wird schon noch!
Kurze, technische Anmerkung von meiner Seite: Die Luft muss raus, keine Frage. Aber bitte Vorsicht beim Nachfüllen. Wenn du ständig neues Wasser nachfüllst, bringst du wieder frischen Sauerstoff und Mineralien ins System. Das begünstigt Korrosion, was gegen die Anforderungen der VDI 2035 verstößt. Wenn du einen Abscheider nachrüstest, plane das kurzfristig ein. Bezüglich des Betriebs: Die Pumpe sollte beim Entlüften nicht in den Alarm-Modus gehen. Wenn der Durchfluss zu gering ist, zeigt der Monoblock das sofort an. Lass das System einfach über Nacht bei konstanter, moderater Drehzahl laufen, das wirkt oft Wunder. Den hydraulischen Abgleich machst du dann, sobald die Luft raus ist, sonst sind deine Messwerte bei den Thermostaten komplett für die Tonne. Bleib geduldig, das ist bei den Wärmepumpen einfach bauartbedingt eine andere Hausnummer als beim alten Öler.
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