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Wärmepumpen-Stromverbrauch bei bivalentem Betrieb: Heizstab sinnvoll?

von Jana L. · 30.09.2026, 05:03 · 17 Aufrufe · 5 Antworten

Jana L. · 30.09.2026, 05:03

Hallo Leute! Wir haben seit letztem Jahr eine Wärmepumpe in unserem sanierten Altbau laufen, kombiniert mit einem wasserführenden Kaminofen im Wohnzimmer. Jetzt, wo es abends kühler wird, brennen wir den Ofen regelmäßig an, was die WP natürlich registriert. Meine Frage dazu: Sollte ich den Heizstab der WP für die Bivalenzsteuerung komplett sperren oder ist es ökonomischer, bei extremen Minusgraden doch ein wenig elektrisch nachzuhelfen? Ich mache mir ein wenig Sorgen um die JAZ, wenn die WP bei sehr kalten Temperaturen gegen die Heizlast kämpft, die durch den Kaminofen eigentlich schon gedeckt wäre. Die Regelung ist aktuell so eingestellt, dass sie ab -5 Grad Außentemperatur den E-Stab freigibt. Ist dieser Wert zu früh gewählt? Wie handhabt ihr das in der Praxis, wenn ihr eine alternative Wärmequelle im Haus habt? Ich möchte natürlich den Netzbezug so gering wie möglich halten, aber nicht riskieren, dass die WP im kritischen Bereich unter Volllast läuft und dabei die Effizienz komplett verliert.

Markus T. · 30.09.2026, 05:03

Hallo Jana. Als SHK-Meister rate ich Ihnen zur Vorsicht bei der kompletten Sperrung des Heizstabs. Die -5 Grad als Bivalenzpunkt sind bei einem sanierten Altbau gar nicht so unüblich, aber prüfen Sie unbedingt, ob Ihre Anlage einen hydraulischen Abgleich gemäß VDI 4645 erfahren hat. Wenn die Wärmepumpe bei -5 Grad massiv gegen die Heizlast kämpft, deutet das oft auf mangelnde Durchströmung oder eine zu hohe Vorlauftemperatur hin. Der Einsatz des Heizstabs sollte nur als Notreserve oder zur thermischen Desinfektion dienen. Wenn Ihr Kaminofen das Wohnzimmer warm hält, erkennt der Rücklauffühler der Wärmepumpe die höhere Temperatur und moduliert die Leistung ohnehin weit nach unten. Eine Sperrung ist daher meist gar nicht nötig, da die WP durch die Wärmeabgabe des Ofens ohnehin entlastet wird. Lassen Sie die Steuerung lieber so, wie sie ist.

Stefan R. · 30.09.2026, 05:03

Moin Jana! Ich habe bei mir im Haus eine ähnliche Konstellation und habe den Bivalenzpunkt auf -12 Grad gesenkt. Mein Ziel war es, den Stromverbrauch massiv zu drücken. Seit zwei Wintern fahre ich damit sehr gut, denn der Heizstab ist ein echter Stromfresser, der die JAZ sofort in den Keller zieht, sobald er anspringt. Du musst halt nur sicherstellen, dass die Anlage bei extremen Minusgraden nicht in den Vereisungsmodus geht oder den Verdichter überlastet. Wenn es bei dir im Wohnzimmer dank Ofen kuschelig ist, heizt die WP im restlichen Haus meistens ohnehin nur moderat weiter. Probiere es einfach mal aus, den Wert schrittweise zu senken. Achte nur darauf, dass die Anlage im tiefsten Winter nicht ständig taktet, weil die Heizlast im restlichen Haus nicht mehr ordentlich gedeckt wird.

Jana L. · 30.09.2026, 05:03

Danke für die schnellen Antworten! Markus, der hydraulische Abgleich wurde bei der Inbetriebnahme durch den Fachbetrieb gemacht, das sollte also passen. Stefan, der Tipp mit den -12 Grad klingt verlockend, aber ich habe bei -8 Grad Außentemperatur neulich beobachtet, wie die WP doch recht stark modulierte, um die Vorlauftemperatur für die restlichen Räume hochzuhalten. Wenn ich den Heizstab jetzt sperre, habe ich Sorge, dass mir die Wärmepumpe im ungünstigsten Moment auf Störung geht oder der Verdichter bei extrem niedrigen Außentemperaturen zu stark verschleißt. Ich werde wohl mal den Mittelweg versuchen und den Bivalenzpunkt auf -9 Grad setzen. Meint ihr, das ist ein guter Kompromiss zwischen Effizienz und Betriebssicherheit?

Petra K. · 30.09.2026, 05:03

Guten Tag Jana, als Planerin für energetische Sanierungen sehe ich das etwas nüchterner. Bitte beachten Sie die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes und die Auslegungsgrenzen Ihres Systems. Der Heizstab ist bei modernen Wärmepumpen kein böser Feind, sondern ein kalkuliertes Backup für seltene Spitzenlasten. Die JAZ berechnet sich über das gesamte Jahr, und die wenigen Stunden, in denen der Heizstab bei -10 Grad einspringt, fallen rechnerisch kaum ins Gewicht. Wenn Sie den Stab komplett sperren, riskieren Sie, dass die Wärmepumpe im Arbeitsbereich fährt, in dem der Wirkungsgrad ohnehin am schlechtesten ist. Eine leichte Unterstützung durch den Heizstab kann den Verdichter entlasten und somit die Lebensdauer des teuren Geräts verlängern. Nutzen Sie den Kaminofen primär für das Wohlbefinden, aber verlassen Sie sich nicht darauf, dass er die Wärmepumpe bei strengem Frost vollständig ersetzen kann.

Heiko M. · 30.09.2026, 05:03

Moin zusammen! Ich sehe das pragmatisch: Strom ist teuer, Holz ist oft günstig vorhanden. Wenn ich den Kamin anhabe, drehe ich die Thermostate im Wohnzimmer einfach manuell auf zwei oder drei. Die Wärmepumpe merkt das sofort, weil der Rücklauf wärmer wird, und regelt die Leistung runter. Der Heizstab bleibt bei mir komplett deaktiviert, außer für das Warmwasser. Jana, wenn du Angst vor Störungen hast, behalte die Werte deiner Wärmepumpe einfach über die App im Auge. Wenn die WP bei -9 Grad vernünftig durchläuft und das Haus warm bleibt, ist doch alles schick. Nur wenn du merkst, dass die Vorlauftemperatur im Bad oder in den Schlafzimmern nicht mehr erreicht wird, dann musst du den Bivalenzpunkt wieder ein Stück hochsetzen. Das ist alles kein Hexenwerk, sondern einfach ausprobieren!

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